Wenn Algorithmen zu Ikonen werden

Kunstprojekt von Oleg Pospelov

Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.
Arthur Charles Clarke, Profiles of the Future (1962)

Das Konzept der Serie ist technokratische Spiritualität. Es ist der Versuch, die Logik von Schemata, Grafiken und Schnittstellen zu ästhetisieren und ihr das Gewicht und die Bedeutung eines religiösen Artefakts zu verleihen. Es ist die Verwandlung von Ingenieursgeometrie in ein Objekt der Kontemplation.

No 918. Sacred Geometry
No 919
No 920. Sacred Geometry
No 921. Sacred Geometry
No 923. Sacred Geometry
No 926. Sacred Geometry
No 927. Sacred Geometry
No 928. Sacred Geometry
No 929. Sacred Geometry
No 930. Sacred Geometry
No 931. Sacred Geometry
No 932. Sacred Geometry
No 933. Sacred Geometry
No 934. Sacred Geometry
No 935. Sacred Geometry
No 937. Sacred Geometry
No 938. Sacred Geometry
No 939. Sacred Geometry
No 940. Sacred Geometry
No 944. Sacred Geometry
Originalkunstwerke ab 250€

Alle Werke sind in der Technik der Acrylmonotypie erstellt. Acryl, Blattgold, Papier 29,7×42,0 cm (DIN A3), 300 g/m².

für deine Wände
Die Werke dieser Serie sprechen die Sprache archetypischer Formen – Kreuz, Quadrat, Kreis – aufgebracht auf Blattgold und strukturiertem Papier. Jedes Stück steht für sich selbst. Zusammen erzeugen sie einen Rhythmus, dem man sich kaum entziehen kann. Nutze den Konfigurator unten, um deine Komposition zu erstellen: Wähle die Werke, die Anordnung, Rahmenfarbe und Wandton – und sieh dir das Ergebnis sofort an. Lege deine Auswahl mit einem Klick in den Warenkorb.
SACRED GEOMETRY — Composition Configurator
pospelov.com
Composition layout
Frame colour
Wall colour
Selected0 / 3
Price€950
Size130×50

Das Konzept

Die moderne Technik ist so komplex geworden und hat sich in ihrer Entwicklung so weit von den Basiswerkzeugen entfernt, die die Menschheit zehntausende Jahre lang nutzte, dass ein gewöhnlicher Mensch beim Blick auf das Schema eines modernen Geräts nur ein grafisches Muster aus Symbolen sieht, das ihm absolut nichts erklärt – weder wie das Gerät funktioniert, noch wie es aufgebaut ist. Es ist kein Messer mehr, keine Nadel, kein Pflug und kein Hammer – die Beschreibung des Werkzeugaufbaus deckt sich nicht mehr mit seiner Funktion: Ein Hammer ist ein schweres Gewicht aus Stein oder Metall, das an einem Stock befestigt ist, mit dem man den Kopf eines Feindes einschlagen oder einen Nagel einschlagen kann; die figurative Darstellung des Hammers erklärt sowohl den Aufbau als auch die Funktion des Gegenstands vollständig. Das moderne Gerät hingegen hat jede Möglichkeit verloren, mit der gewohnten figurativen Sprache beschrieben zu werden – seine technische Beschreibung verwandelt sich in eine geometrische Abstraktion. Wir haben aufgehört zu verstehen, wie es funktioniert – Technologie nimmt Züge eines göttlichen Phänomens an – wir können sie nicht begreifen oder erklären, uns bleibt nur der Glaube ohne Zweifel, ohne Beweise und ohne jegliche Möglichkeit, ihr abzuschwören. Denn wir können nicht mehr ohne sie – ohne Smartphones und KI werden wir nicht überleben.
Die Farblösung beschränkt sich auf drei Pole: Gold, Mattschwarz und Weiß. Goldene Schlagmetall-Akzente sind eine direkte Intervention in den Raum der Ikone, eine Referenz an die kirchliche Tradition. Schwarz verantwortet das Skelett der Konstruktion: Seine strukturierten Abdrücke, die an Mikrochips erinnern, geben den industriellen Rhythmus vor. Steriles Weiß fungiert als technologischer Abstand oder Interface-Fenster und schafft eine raum-zeitliche Pause zum Auslesen des Codes. Die funktionale Geometrie verwandelt sich in ein Kultobjekt, und die strenge Symmetrie der Werke imitiert den Aufbau von Altarkompositionen, wodurch vertraute Ladebalken und Barcodes zu Mandalas des digitalen Zeitalters werden. Es ist die Ästhetisierung des Algorithmus, die Übertragung der Idee der Ikonenmalerei in eine neue Zeit, in der sich hinter der unpersönlichen Geometrie von Kreisen und Quadraten nicht das Antlitz eines Heiligen, sondern die absolute Ordnung des Informationsfeldes verbirgt. Die Serie lädt den Betrachter zu einem Rollenwechsel ein: den gewohnten Modus des aktiven Nutzers zu verlassen und zum Pilger zu werden, der die unkörperliche, unbeschreibliche, aber allmächtige Architektur der digitalen Welt betrachtet.



art by oleg pospelov
Made on
Tilda